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Afinto

AFINTO

Zuletzt aktualisiert:
09.09.2022

Insektizid

Zulassungsnummer: 
3383-902
Zusammensetzung: 
Chemische Familie
Pyridincarboxamide
Wirkmechanismus: 
IRAC-Gruppe: 29 (Flonicamid)
Formulierung: 
Wasserdispergierbares Granulat
Wirkungsweise: 
AFINTO enthält den Wirkstoff Flonicamid und wirkt gegen ein breites Spektrum von Blattläusen. Andere Insekten, wie Milben (Acarina), Käfer (Coleoptera), Schmetterlinge (Lepidoptera) oder Zweiflügler (Diptera) können mit AFINTO nicht bekämpft werden.

Der Wirkstoff wird systemisch, akropetal und translaminar in der Pflanze verteilt, sodass auch Blattläuse an der Blattunterseite sicher erfasst werden.
Flonicamid wird durch Kontakt und Saugtätigkeit innerhalb kurzer Zeit aufgenommen. Die Blattläuse stellen ca. 1 h nach Aufnahme die Saugtätigkeit, die Honigtauproduktion und somit die Schädigung der Pflanze ein. Die Absterbeerscheinungen sind von den Umweltbedingungen und dem Stadium der Insekten abhängig und können nach 2 - 5 Tagen beobachtet werden.
AFINTO ist sehr lichtstabil und nach ca. 3 Stunden regenfest. Es besitzt eine ausgeprägte Dauerwirkung gegen alle Stadien der Läuse.
Der exakte Wirkmechanismus von Flonicamid wird zur Zeit noch erforscht. Bisher durchgeführte Studien zeigen, dass Flonicamid nicht an den Wirkorten der Neonicotinoide, Organophosphate, Carbamate und Pyrethroide wirksam ist. Wirkstoffwechsel mit
Flonicamid stellen somit einen wichtigen Bestandteil im Insektizid-Resistenz-Management (IRM) dar, da es einen neuartigen Wirkmechanismus besitzt und keinerlei Kreuzresistenzen zu bereits vorhandenen Wirkstoffen bisher beobachtet wurden.
Ausschließlicher oder wiederholter Einsatz von Wirkstoffen der gleichen Wirkstoffgruppe (IRAC Code) bzw. gleicher Wirkungsweise kann zur Entstehung von Resistenzen führen. Um Resistenzbildung vorzubeugen oder zu vermeiden, sollte AFINTO möglichst im Wechsel mit Mitteln anderer Wirkstoffgruppen und/oder anderer Bekämpfungsmethoden (z.B. biologisch) eingesetzt werden.

Insektizid in Kartoffel, Winterweichweizen, Hopfen, Kernobst, Pflaume, Gurke, Zucchini, Garten- und Flaschenkürbis, Patisson, Erbse, Kopfkohl, Bohne, sowie Zierpflanzen und Zuckerrübe.

Bohnen (Frisch, mit Hülsen, Freiland)

Blattläuse (Aphididae)
AufwandmengeEinsatzzeitpunkt (BBCH)Max. Anzahl an AnwendungenWartezeit

140 g/ha in 200 – 400 Wasser/ha

 

Ab Stadium 15 (5. Laubblatt entfaltet)

 

1

14

Erbse (Frisch, mit Hülsen , Freiland)

Blattläuse (Aphididae)
AufwandmengeEinsatzzeitpunkt (BBCH)Max. Anzahl an AnwendungenWartezeit

140 g/ha in 150 – 400 Wasser/ha

 

Ab Stadium 15 (5. Laubblatt mit Stipeln und Ranke (oder 5. Ranke) entfaltet)

 

1

14

Erbse (Frisch, ohne Hülse, Freiland)

Blattläuse (Aphididae)
AufwandmengeEinsatzzeitpunkt (BBCH)Max. Anzahl an AnwendungenWartezeit

140 g/ha in 200 – 400 Wasser/ha

Stadium 11 (1. Laubblatt mit Stipeln und Ranke (oder 5. Ranke) entfaltet) bis Stadium 71 (10% der Hülsen haben art-/sortentypische Länge erreicht; Korninhalt verfestigt, noch Saftaustritt beim Zerdrücken)

 

1

14

Hopfen

Blattläuse (Aphididae)
AufwandmengeEinsatzzeitpunkt (BBCH)Max. Anzahl an AnwendungenWartezeit

180 g/ha in 3.000 Wasser/ha

Nach Erreichen der Schwellenwerte bzw. nach Warndiensthinweis

Max. Anzahl der Anwendungen: 2 im Abstand von 14 – 21 Tagen

 

21

Kartoffel

Blattläuse (Aphididae), Blattläuse als Virusvektoren (Aphididae)
AufwandmengeEinsatzzeitpunkt (BBCH)Max. Anzahl an AnwendungenWartezeit

160 g/ha in 200 – 500 Wasser/ha

Stadium 10 (Erste Blätter spreizen sich ab) bis Stadium 55 (Knospen der 1. Blütenanlage (Hauptspross) 5 mm offen)

 

2 im Abstand von 14 Tagen

 

70

Kernobst

Blattläuse (Aphididae)
AufwandmengeEinsatzzeitpunkt (BBCH)Max. Anzahl an AnwendungenWartezeit

70 g/ha/m Kronenhöhe, maximal 210 g/ha

Nach Erreichen der Schwellenwerte bzw. nach Warndiensthinweis

 

3 im Abstand von 14 – 21 Tagen

21

Kopfkohl (Freiland)

Blattläuse (Aphididae)
AufwandmengeEinsatzzeitpunkt (BBCH)Max. Anzahl an AnwendungenWartezeit

140 g/ha in 200 – 400 Wasser/ha

Ab Stadium 15 (5. Laubblatt entfaltet)

 

2 im Abstand von mind. 14 Tagen

14

Pflaumen (Zwetschken)

Blattläuse (Aphididae)
AufwandmengeEinsatzzeitpunkt (BBCH)Max. Anzahl an AnwendungenWartezeit

70 g/ha/m Kronenhöhe, maximal 210 g/ha

 

Bei Befallsbeginn bzw. bei Sichtbarwerden der ersten Symptome/Schadorganismen, bis Stadium 85 (Fortgeschrittene Fruchtreife: zunehmend sortentypische Intensität der Deckfarbe)

 

2 im Abstand von 14 – 21 Tagen

14

Winterweichweizen

Blattläuse (Aphididae)
AufwandmengeEinsatzzeitpunkt (BBCH)Max. Anzahl an AnwendungenWartezeit

140 g/ha in 200 – 500 Wasser/ha

 

Nach Erreichen der Schwellenwerte bzw. nach Warndiensthinweis

1

28

Zierpflanzen (Unter Glas)

Blattläuse (Aphididae)
AufwandmengeEinsatzzeitpunkt (BBCH)Max. Anzahl an AnwendungenWartezeit

80 g/ha in 600 l Wasser/ha (Pflanzenhöhe bis 50 cm), 120 g/ha in 900 l Wasser/ha (Pflanzenhöhe von 50 bis 125 cm), 160 g/ha in 1200 l Waser/ha (Pflanzenhöhe über 125 cm)

Nach Befallsbeginn, ab Stadium 15 (5. Laubblatt bzw. Blattpaar oder Blattquirl entfaltet)

 

3 im Abstand von mind. 8 Tagen

-

Zucchini, Patisson, Gurke, Flaschenkürbis, Garten-Kürbis (Mit genießbarer Schale, Freiland)

Blattläuse (Aphididae)
AufwandmengeEinsatzzeitpunkt (BBCH)Max. Anzahl an AnwendungenWartezeit

160 g/ha in 600 Wasser/ha

 

Nach Befallsbeginn, ab Stadium 15 (5. Laubblatt am Hauptsproß entfaltet)

 

2 im Abstand von mind. 7 Tagen

3

Zuckerrübe

Blattläuse (Aphis fabae, Myzus persicae)
AufwandmengeEinsatzzeitpunkt (BBCH)Max. Anzahl an AnwendungenWartezeit

140 g/ha in 200 – 400 Wasser/ha

Bei Befallsbeginn bzw. Sichtbarwerden der ersten Schadorganismen, ab Stadium 16 (6. Laubblatt entfaltet)

 

1

60

Ölkürbis

Blattläuse (Aphis fabae, Myzus persicae)
AufwandmengeEinsatzzeitpunkt (BBCH)Max. Anzahl an AnwendungenWartezeit

160 g/ha in 200 – 400 Wasser/ha

 

Bei Befallsbeginn bzw. Sichtbarwerden der ersten Schadorganismen, ab Stadium 16 (6. Laubblatt entfaltet)

 

2 im Abstand von 7 Tagen

3

Mischbarkeit

AFINTO ist mit CARIAL® FLEX, ORTIVA®, REVUS®, REVUS TOP® und vielen weiteren Fungiziden und Insektiziden mischbar.
Mischpartner in fester Form werden als Erstes in den Tank gegeben.
Im Zierpflanzenbau wird wegen der Vielfalt von Arten und Sorten und der unterschiedlichen Kulturbedingungen dringend empfohlen, vor der Ausbringung von Mischungen einen Probeeinsatz an Einzelpflanzen vorzunehmen.
Mischungen umgehend ausbringen. Standzeiten vermeiden. Während der Arbeitspausen Rührwerk laufen lassen.
Die Gebrauchsanleitungen der Mischpartner sind zu beachten.
Für die Anwendung in Kartoffeln gilt:
Das Mittel darf nicht in Tankmischung mit ölhaltigen/ auf ölbasierenden Pflanzenschutzmitteln oder Zusatzstoffen ausgebracht werden.
Für eventuelle negative Auswirkungen durch von uns nicht empfohlene Tankmischungen, insbesondere Mehrfachmischungen, haften wir nicht, da nicht alle in Betracht kommenden Mischungen geprüft werden können. Bei weiteren Fragen zur Mischbarkeit wenden Sie sich an das Syngenta BeratungsCenter, Tel.-Nr. 0800-207181.

Ansetzvorgang

Beim Ansetzvorgang muss die Schutzausrüstung gemäß der Kennzeichnungsauflagen (Hinweise für den Anwenderschutz) oder Anwendungsbestimmungen getragen werden.
Spritzflüssigkeitsreste sind zu vermeiden. Es ist nur so viel Spritzflüssigkeit anzusetzen, wie tatsächlich benötigt wird. Es ist daher sinnvoll, die erforderliche Spritzflüssigkeitsmenge genau zu berechnen. Insbesondere bei größeren Spritzbehältern bietet sich die Verwendung eines Durchflussmengenmessgerätes bei der Tankbefüllung an.
1. Tank mit der Hälfte der benötigten Wassermenge füllen.
2. Rührwerk einschalten (Nenndrehzahl).
3. Entsprechende Menge des Produktes kontinuierlich zugeben.
4. Granulate bei laufendem Rührwerk auflösen lassen. Bei Anwendung in Tankmischungen mit anderen Produkten, den Mischpartner erst nach vollständiger Dispergierung des Granulates hinzufügen.
5. Tank mit Wasser auffüllen.
6. Spritzflüssigkeit sofort nach dem Ansetzen bei laufendem Rührwerk ausbringen. - Nähere Informationen finden Sie unter www.syngenta.de
Ausschließlich bei Verwendung des gesamten Gebindes kann das Produkt durch ein anderes als das oben beschriebene Durchmischungsverfahren kräftig geschüttelt werden.
4. Produkt über die Einspülvorrichtung oder direkt in den Tank geben.
5. Entleerte Präparatbehälter sorgfältig ausspülen und Spülwasser der Spritzflüssigkeit beigeben.
6. Tank mit Wasser auffüllen.
7. Spritzflüssigkeit sofort nach dem Ansetzen bei laufendem Rührwerk ausbringen.

Spritztechnik

Beim Ausbringen von AFINTO ist auf eine gute, gleichmäßige Verteilung der Spritzbrühe zu achten. Mit genügendem Druck und genügenden Wasseraufwandmengen spritzen, um eine gründliche Benetzung der Blattober- und -unterseite zu gewährleisten.
Ein Abtropfen sowie Überdosierung und Abdrift sind zu vermeiden.
Empfohlene Wasseraufwandmengen:
Kartoffeln und Winterweichweizen: 200 bis 500 l/ha
Hopfen: 3000 l/ha
Kernobst und Pflaumen: 500 l/ha/m Kronenhöhe
Gurke, Zucchini, Garten-Kürbis, Flaschenkürbis, Patisson: 600 l/ha
Zierpflanzen: 600 l/ha (Pflanzenhöhe bis 50 cm), 900 l/ha (Pflanzenhöhe 50 bis 125 cm), 1200 l/ha (Pflanzenhöhe über 125 cm)

Nachbau

Nach dem bestimmungsgemäßen und sachgerechten Einsatz von AFINTO können alle Kulturen (auch bei vorzeitigem Umbruch) nachgebaut werden.

Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Verwendung stets Etikett und Produktinformationen lesen. Bitte beachten Sie die Warnhinweise und -symbole in der Gebrauchsanleitung. Diese Informationen ersetzen nicht die Gebrauchsanleitung. Irrtum, Druckfehler und fehlerhafte Angaben vorbehalten.